Diejenigen, die schon länger bei uns fahren, haben sicher bemerkt, dass wir in diesem Jahr einige unserer bewährten Strecken ein wenig variieren. So haben wir unser Schwäbische-Alb-Special-Brevet von 400km auf eine 300km-Variante verkürzt. Folglich wird das bisherige 300km „Schwarzwald-pur“-Brevet verlängert. Auf vielfachen Wunsch wollen wir die Auffahrt zum Dobel und die Abfahrt über die Plotzsägmühle ebenso erhalten wie die Auffahrt auf die Zuflucht via Oppenauer Steige in der Variante über Maisach.
Dazwischen haben wir angekündigt, die Strecke weiter nach Frankreich hinein zu verlängern.
Et voilà: Nach ein paar Testfahrten ist hier das Ergebnis: Das Nancy-Brevet aka „Schwarzwald pur mit ganz viel Frankreich“, mit typisch französischen Kanälen, kulturellen Highlights in Saverne, Nancy und Lunéville, elsässischen Dörfern, Weinbergen und den Vogesen.
Wir starten auf direktem Weg Richtung Westen und müssen dreimal eine Schwarzwaldhöhe überqueren, Richtung Bad Liebenzell, über Schömberg und schliesslich die schöne Auffahrt zur ersten Kontrolle am Dobel. Weil unsere Lieblingsverpflege dort leider geschlossen wurde und so früh auch nicht benötigt wird, fahren wir direkt weiter über schmale, verkehrsfreie Strässchen zur steilen Abfahrt über die Plotzsägmühle inklusive Furtquerung. Ab Gernsbach zweigen wir Richtung Nordwesten ab, erholen uns entlang der Murg auf einem langen Flachstück und queren den Rhein mit der Gierfähre Plittersdorf. Von dort geht es durchs Nordelsass und über den Col du Pfaffenschlick (Kontrolle 2) durch einige nette Dörfer. Gleichzeitig erinnern die hier überall präsenten Überreste der Maginot-Linie an düstere Zeiten und daran, welches Geschenk die deutsch-französische Freundschaft ist. In Saverne mit schöner Altstadt, die wir knapp streifen, treffen wir auf den „Canal de la Marne au Rhin“ dem wir entlang etlicher Schleusen immer auf dem Radweg folgen. Wo der Kanal zum neuen Schiffshebewerk umgeleitet ist, fahren wir entlang der stillgelegten ehemaligen Schleusen, deren Schleusenhäuser noch bewohnt werden. Nach einem kurzen Anstieg bei Arzwiller kommen wir zurück zum Kanal, dem wir dann bis Nancy folgen. Kontrolle 3 und Wendepunkt des Brevets ist die berühmte Place Stanislas in Nancy, UNESCO Weltkulturerbe und einer der schönsten Plätze überhaupt.
Auf dem Rückweg passieren wir Lunéville mit seinem beeindruckenden Schloss. Ab Baccarat gibt es wieder etwas mehr Infrastruktur. Hinter Raon-l’Etappe geht es für die meisten in der Nacht oder schon mit aufgehender Sonne in eine vergleichsweise einfache aber trotzdem schöne Vogesenquerung über den Col du Las (Kontrolle 4), den Col de la Salcée und den Col de Steige. (Keine Angst, man sammelt auf kurzer Strecke recht viele Passschilder mit insgesamt überschaubaren Höhenmetern). Je nach Uhrzeit gibt es zum Beispiel in Villé ein gutes französisches Frühstück. Alle ausser die ganz Schnellen fahren mit auslaufenden Weinbergen in einen hoffentlich wunderschönen Sonnenaufgang Richtung Rheinebene. Durch französische Dörfer und Weinberge, über die Pont Pierre Pflimlin, vorbei am europäischen Forum am Rhein (zweites Frühstück?) geht es zurück nach Deutschland und Richtung Oppenau. Wenn die berüchtigte Auffahrt zur Zuflucht über Maisach nach schon absolvierten 500 Kilometern kommt, sollte man sich vorher in Oppenau erst recht noch einmal stärken (Kontrolle 5).
Der weitere Rückweg folgt dem Weg des 300km-Brevets „Schwarzwald pur“ dieses Mal bei Tageslicht über Klosterreichenbach, Altensteig und Wildberg zurück ins Ziel in Vaihingen.

Wir umfahren Straßburg großzügig im Norden und im Süden und durchqueren die Vogesen gleich zweimal auf eher moderaten Anstiegen.

